Kirchenchor

In den nächsten Wochen werden wegen der Ausbreitung des Corona-Virus keine Chorproben stattfinden.

Weitere Informationen: Corona

Wer wir sind

In unserem Kirchenchor singen ca. 25 Sängerinnen und Sänger. Jeden Montag um 20 Uhr treffen wir uns unter der Leitung von Frau Hannelore Hartenstein zur Chorprobe im evangelischen Gemeindezentrum "Arche". Zu unserem Repertoire gehören traditionelle Choräle und moderne Kirchenlieder sowie auch anspruchsvolle kleinere Werke der Kirchenmusik aus allen Epochen. Bei besonderen Gottesdiensten im Kirchenjahr begleiten den Chor auch Instrumentalisten aus den eigenen Reihen oder dem Freundeskreis.

Wer gerne singt und sich für Kirchenmusik begeistern kann, ist bei uns herzlich willkommen. Weitere Auskünfte geben das Pfarramt (Tel. 0 60 07 / 4 72) oder unsere Chorleiterin Frau Hartenstein (Tel. 0 60 03 / 73 31).

Musikalische Höhepunkte des Jahres sind im Frühjahr das gemeinsame Chorkonzert mit den Kirchenchören aus Ober-Rosbach und Köppern und dem Collegium Musicum Rosbach unter der Leitung von Joachim Etzel und im Herbst das Abendlob, eine Andacht mit Ausschnitten aus unserem Repertoire. Daneben unterstützen wir die Gemeinden bei den Taizé-Andachten und das Chor-Projekt zum Altjahres-Gottesdienst in der Burgkirche.

Uns verbindet nicht nur die Freude am Singen, auch gesellige Abende und Kino-Besuche verbringen unsere Chormitglieder miteinander. Highlight des Jahres ist unsere Chorreise. Sie führte uns zuletzt auf den Spuren Schuberts nach Wien.

Aktuelles

Ein Kirchenchor in Corona-Zeiten

Hart betroffen hat das Corona-Virus auch den evangelischen Kirchenchor Rodheim. Ab Mitte März 2020 mussten u.a. die seit Jahrzehnten gewohnten Chorproben am Montagabend, das jährlich stattfindende Sommerkonzert mit dem Rosbacher Collegium musicum und die geplante Chorreise nach Aachen und Lüttich abgesagt werden.

Für den Kontakt der Chormitglieder untereinander sorgte die WhatsApp-Gruppe „Kirchenchor Rodheim“ und auf diesem Wege konnte auch Chorleiterin Hannelore Hartenstein - immer montags - Notenblätter zum Selbststudium „im Homeoffice“ versenden, stets auch versehen mit ermutigendem Zuspruch. Man war sich jedoch bald einig: Virtueller Kontakt kann die persönliche Begegnung nicht ersetzen und das gilt insbesondere für eine gewachsene Gemeinschaft von vorwiegend älteren Menschen. Und so erfüllte dann auch Hannelore Hartenstein den Wunsch ihres Chores nach Gemeinschaft durch die Organisation eines Open-Air-Singens im Garten hinter dem Gemeindehaus „Arche“. Die Sicherheitsbestimmungen wurden in peinlicher Genauigkeit befolgt: Aufstellung der Stühle in weitem Abstand, Maskenpflicht und Handdesinfektion beim Eintritt in den Gemeindegarten.

Da ein reguläres Proben unter diesen Voraussetzungen freilich nicht möglich war, konzentrierte sich das Singen auf bekannte Lieder, die sich eine im Laufe der Zeit angewachsene Anzahl von „Geburtstagskindern“ wünschen durfte . Frau Hartenstein lobte den Wohlklang der Stimmen, die unter Klavierbegleitung von Michael Fischer trotz so langer Pause im Freien zu hören waren. Situationsangemessen erwies sich dann auch das bekannte Volkslied von Matthias Claudius „Der Mond ist aufgegangen“, denn dieser war am Abend tatsächlich nur „halb zu sehen“.

Die unerschütterliche Hoffnung auf einen guten Ausgang der gegenwärtigen Krise brachte ein Kirchenlied von Felix Mendelssohn-Bartholdy zum Ausdruck. „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ war dann auch der würdige Abschluss für diesen besonderen Chorabend. Obgleich man dem Bedürfnis nach Händeschütteln und Umarmung nicht nachkommen konnte, war das Wiedersehen von vertrauten Freunden ein wichtiges Erlebnis und der Wunsch nach einer Wiederholung nur zu verständlich. Frau Hartenstein versprach einzuladen, wenn das Wetter ein Zusammenkommen unter freiem Himmel zulasse. Sicherlich hat die Corona -Krise vielen bewusst gemacht, in welchem Maße eine gewachsene Gemeinschaft für den einzelnen gerade im Alter Wohlbefinden und Geborgenheit bedeutet.

Kürzliche Auftritte

Taizégebet am 19. Januar 2020 in der evangelischen Kirche in Rodheim

Inzwischen gehört ein ökumenisches Taizé Gebet zum jährlichen Angebot der evangelischen Kirche in Rodheim. Der stets überdurchschnittlich hohe Kirchenbesuch am Abend ist Beleg dafür, dass diese Form des Gottesdienstes den Bedürfnissen der Gläubigen in besonderer Weise entspricht: dem Wunsch nach Spiritualität und dem Erlebnis von Stille und innerem Frieden. Im Mittelpunkt steht daher auch keine Predigt, keine Vernunft besetzte Auslegung von Bibeltexten, sondern hauptsächlich die Musik. Taizé - Lieder erkennt man an ihren kurzen, eingängigen Melodien und Textfolgen, sog. „fortgesetzten Gesängen, die beginnen und irgendwann viel später wieder aufhören“ (Jesuitenpater Joseph Gélineau). Vorgetragen werden sie abwechselnd von einzelnen Instrumenten, dem Gesang des Kirchenchors und der Gemeinde, Lieder also, die in der Stille des Herzens weiterklingen, wenn man wieder allein ist“ (Vorwort zum Liederheft „Die Gesänge aus Taizé“). Die Texte zwischen den Liedern sind in der Regel kurze, in sich abgeschlossene  und durch ihre Bildhaftigkeit leicht verständliche und eingängige Beiträge aus verschiedenen Bereichen des Lebens, die ihre Botschaft einfach und selbstredend vermitteln und deshalb auch keiner weiteren Auslegung bedürfen. Das tiefe Verlangen nach Gotteserfahrung spiegelt auch die Jahreslosung für 2020 wider: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24), und so wählte man sie als thematischen Rahmen für das Taizé-Gebet am 19. Januar aus.

Wie in all den Jahren lag die musikalische Vorbereitung in den bewährten Händen von Hannelore Hartenstein. Sieben der weltweit gesungenen Taizé-Lieder in spanischer, englischer, deutscher und lateinischer Sprache zum Thema „bedingungsloses Gottvertrauen“ hatte sie mit ihrem Rodheimer Kirchenchor und acht Instrumentalisten (4 Flöten, E-Piano, Geige, Klarinette und Saxophon) eingeübt. Auch eine Subbassblockflöte, ein mannshohes, kastenförmiges Holzblasinstrument, unterstützte durch ihren warmen, sonoren Klang die meditative Wirkung der Kirchenmusik. Durch den Gottesdienst führte Prädikantin Christine Seim, die mit großer Einfühlsamkeit die passenden Texte ausgewählt und zusammengestellt hatte. Ausgehend vom 62. Psalm (V.6-13) „Vertrau auf Gott, dann findest du Ruhe!“ trug sie kurze Alltagsgeschichten und ein literarisches Beispiel „Parabel von der Lieblichkeit des Gottvertrauens“ vor. Das abschließende Gebet mündete in der Aussage „Beten heißt still werden und still warten, bis wir als Betende Gott hören“. Durch die folgende lange Phase der Stille gab sie der Gemeinde ausreichend Gelegenheit, eigenen Gedanken und Gefühlen nachzuspüren. Meditatives Erleben war das tragende Element des Gottesdienstes: Mit einer brennenden Kerze in der Hand betraten die Besucher das abgedunkelte und nur in Kerzenlicht getauchte Gotteshaus, von absoluter Stille umgeben. Das Vorspiel des spanischen Taizé-Liedes „Nada te turbe“ (Nichts beunruhige dich) führte in den Gottesdienst ein. Es war dann auch jedem Gläubigen möglich, in den Chorgesang dieses und der folgenden Lieder einzustimmen.

Nach den Fürbitten und dem Vaterunser umrahmten Instrumente und Kirchenchor mit dem abschließenden Lied „Bleib mit deiner Gnade bei uns“ den Ausgang: Langsam und schweigend verließen die Gläubigen nacheinander mit ihren brennenden Kerzen das Gotteshaus. Es bleibt zu wünschen, dass, wie es das Taizé-Liederbuch formuliert, Musik und Gedanken „in der Stille des Herzens weiterklingen, wenn man wieder allein ist.“

Abendlob in der evangelischen Kirche in Rodheim am Sonntag, dem 20. 10. 2019

Das Abendlob an die Stelle eines regulären Sonntagsgottesdienstes zu setzen, ist inzwischen schon zu einer liebgewonnenen Tradition in der evangelischen Kirche in Rodheim geworden. Für die christliche Kirche beider Konfessionen bedeutet das Abendlob die Suche nach einer neuen Form des Gottesdienstes, um den spirituellen Bedürfnissen des heutigen Menschen besser entgegenzukommen und auch um eine tragfähige Alternative zu entwickeln. Geistliche Chormusik und spirituelle Texte aus Bibel und Literatur lassen den Tag in innerer Ruhe ausklingen. Die Gottesdienstbesucher folgen besänftigenden und Hoffnung spendenden Texten und Gebeten und sie tauchen ein in den Klang einer einfühlsam bewegenden und tröstenden Musik. Das so dargebotene Gotteslob soll den Menschen emotional erreichen und einbeziehen in das Erlebnis des Glaubens, das auch die Angst vor dem Tode nimmt. In diesem Sinne konzipiert war auch das Abendlob am Sonntag, dem 20. Oktober 2019 in der evangelischen Kirche in Rodheim: Pfarrer Lothar Berger gestaltete den Gottesdienst durch eine feinfühlige Auswahl von lyrischen Texten und Gebeten, Hannelore Hartenstein leitete in bewährter Weise den evangelischen Kirchenchor, unterstützt von Michael Fischer am E-Piano und Michael Schösser am Saxophon.

11 musikalische Beiträge zum Thema „Abend und Tod“, teilweise von Chor und Gemeinde gemeinsam gesungen, strukturierten den Ablauf des Gottesdienstes. An Stelle der Predigt sprachen Chormitglieder kurze Texte, u.a. ein Gebet von Dietrich Bonhoeffer, was durch den Antwortgesang des Chores und der Gemeinde mit dem Lied „Von allen Seiten umgibst du mich“ (Text: Psalm 139, Musik: Helmut Brand, aus dem neuen Gesangbuch „EG+“) eindringlich unterlegt wurde. Das Lied „The Peace oft he Earth“ hat Christine Seim übersetzt vorgelesen. Mit den Fürbitten, dem Vaterunser und dem Segen endete der Gottesdienst. Den musikalischen Rahmen schlossen Chor und Gemeinde durch das gemeinsame Singen der vertrauten Lieder „Nun ruhen alle Wälder“ und „Verleih uns Frieden“. Michael Fischer und Michael Schösser erfreuten mit einem instrumentalen Nachspiel „Over the Rainbow“ im Duett.

Die deutlich zu fühlende Stille und Andacht in dem mit Kerzenlicht beleuchteten Kirchenraum belegte, dass es offensichtlich gelungen war, den Zielen des Abendlobs nahezukommen: nämlich Gott zu begegnen, Ängste zu lindern vor den Bedrohungen der Nacht und sich unter dem Schutz Gottes in Geborgenheit zu wissen, wenn Dunkelheit und Tod einbrechen.