Abendlob

Abendlob in der evangelischen Kirche in Rodheim am Sonntag, dem 20. 10. 2019

Das Abendlob an die Stelle eines regulären Sonntagsgottesdienstes zu setzen, ist inzwischen schon zu einer liebgewonnenen Tradition in der evangelischen Kirche in Rodheim geworden. Für die christliche Kirche beider Konfessionen bedeutet das Abendlob die Suche nach einer neuen Form des Gottesdienstes, um den spirituellen Bedürfnissen des heutigen Menschen besser entgegenzukommen und auch um eine tragfähige Alternative zu entwickeln. Geistliche Chormusik und spirituelle Texte aus Bibel und Literatur lassen den Tag in innerer Ruhe ausklingen. Die Gottesdienstbesucher folgen besänftigenden und Hoffnung spendenden Texten und Gebeten und sie tauchen ein in den Klang einer einfühlsam bewegenden und tröstenden Musik. Das so dargebotene Gotteslob soll den Menschen emotional erreichen und einbeziehen in das Erlebnis des Glaubens, das auch die Angst vor dem Tode nimmt. In diesem Sinne konzipiert war auch das Abendlob am Sonntag, dem 20. Oktober 2019 in der evangelischen Kirche in Rodheim: Pfarrer Lothar Berger gestaltete den Gottesdienst durch eine feinfühlige Auswahl von lyrischen Texten und Gebeten, Hannelore Hartenstein leitete in bewährter Weise den evangelischen Kirchenchor, unterstützt von Michael Fischer am E-Piano und Michael Schösser am Saxophon.

11 musikalische Beiträge zum Thema „Abend und Tod“, teilweise von Chor und Gemeinde gemeinsam gesungen, strukturierten den Ablauf des Gottesdienstes. An Stelle der Predigt sprachen Chormitglieder kurze Texte, u.a. ein Gebet von Dietrich Bonhoeffer, was durch den Antwortgesang des Chores und der Gemeinde mit dem Lied „Von allen Seiten umgibst du mich“ (Text: Psalm 139, Musik: Helmut Brand, aus dem neuen Gesangbuch „EG+“) eindringlich unterlegt wurde. Das Lied „The Peace oft he Earth“ hat Christine Seim übersetzt vorgelesen. Mit den Fürbitten, dem Vaterunser und dem Segen endete der Gottesdienst. Den musikalischen Rahmen schlossen Chor und Gemeinde durch das gemeinsame Singen der vertrauten Lieder „Nun ruhen alle Wälder“ und „Verleih uns Frieden“. Michael Fischer und Michael Schösser erfreuten mit einem instrumentalen Nachspiel „Over the Rainbow“ im Duett.

Die deutlich zu fühlende Stille und Andacht in dem mit Kerzenlicht beleuchteten Kirchenraum belegte, dass es offensichtlich gelungen war, den Zielen des Abendlobs nahezukommen: nämlich Gott zu begegnen, Ängste zu lindern vor den Bedrohungen der Nacht und sich unter dem Schutz Gottes in Geborgenheit zu wissen, wenn Dunkelheit und Tod einbrechen.