Orgeleinweihung

Pfarrer Lothar Berger zeigte sich höchst erfreut, am Sonntagabend die offizielle Wiederinbetriebnahme der Rodheimer Orgel zu feiern. Mit viel Musik und herrlichem Klang aus den insgesamt 1098 Pfeifen beeindruckte die Vielfalt die Zuhörer.

Das gute Stück, das so imposant über dem Balkon auf der nördlichen Seite der Kirche thront, wurde von der Firma Förster und Nikolaus 1903 nach dem Brand der Kirche gebaut. Die Orgel wurde von dem Orgelbauer damals als »Opus 100« installiert, also als das 100. Werk der Orgelbauerfirma. Wie der Pfarrer erzählte, hatte die Orgel 1982 die erste und letzte Renovierung erhalten, die damals aufgrund einer zu der Zeit modernen Orgelbewegung zu einer Veränderung der Klangfarbe in einen barocken Ton führte. Die aktuelle Säuberung und Renovierung der vielen Pfeifen stellte nun den ursprünglichen romantischen Klang wieder her.

Daniel Starke, Experte der Orgelbaufirma, erklärte Wissenswertes. Die einzelnen Register der Pfeifen ließ sein Kollege Rainer Bingel am Manual erklingen. Auch die Spezialitäten der »Mixtur«, der »Zimbel« und des »Flötenregisters« wurden zu Gehör gebracht. Selbst Trompetenklänge sind speziellen Pfeifen zu entlocken. Die bunte Mixtur, die das Spektrum der Orgel zeigte, wurde mit einem famosen Klang des Werkes vorgestellt.

Mit einer großen Vielfalt überzeugte das Konzert. Stücke für die Orgel von Cornelius oder J. S. Bach, gemeinsam mit Trompete, Gesang und dem Kirchenchor, zeigten die klanglichen Möglichkeiten.

Einen besonderen Genuss stellte die »Sonata F a due Organi« von Piazza dar, bei der die kleine und die große Orgel gefühlt in den Wettstreit gingen. Aber auch die Stücke von Mendelssohn, Dvorak und Dubios quittierten die Zuhörer mit begeistertem Applaus. An dem musikalischen Genuss beteiligten sich Karola Bausum, Rainer Bingel, Michael Fischer und Bernd Müller an der Orgel, Daniel Starke mit Bass-Gesang, Ingunn Wolz an der Trompete, Michael Schösser am Saxofon und der gesamte Kirchenchor mit kräftigem Gesang unter der Leitung von Hannelore Hartenstein. Pfarrer Berger konnte stolz verkünden, dass die Reinigungs- und Renovierungskosten von insgesamt fast 37.000 Euro bereits zu einem Drittel durch Spenden der Rodheimer Kirchgänger gedeckt wurden. Seit Beginn der Sammlung für die Orgel 2016 sind rund 16.500 Euro zusammengekommen. Die evangelische Kirche wird weitersammeln, denn, wie Berger betonte, »der Orgelbalg ist nur geflickt«. Dies sei zwar höchst professionell geschehen, doch in »hoffentlich erst vielen Jahren« werde eine Generalüberholung fällig. Jetzt werde sich die Gemeinde zunächst an dem hervorragenden Klang der renovierten Orgel erfreuen.

Mit einem wunderschönen Choral von Haan und zum Abschluss einem Gläschen Sekt ging der Abend für ein hoch erfreutes Publikum zu Ende.